Vernetzen und austauschen
Bei uns finden Betroffene einander. Wir hören zu, teilen unsere Erfahrungen und geben weiter, was wir gelernt haben.
Über
ECHO ist das Netzwerk der Menschen, die in der Schweiz Diskriminierung am Arbeitsplatz erlebt haben. Entstanden ist es aus Gesprächen unter Betroffenen, die einander gesucht, zugehört und weitergeholfen haben.
Wer wir sind
Wir haben selbst erlebt, was Diskriminierung am Arbeitsplatz mit einem macht. Wir kennen den ganzen Weg: die Unsicherheit und die Selbstzweifel, das Abwägen der Möglichkeiten, die Entscheidung, wie man damit umgeht, die Konsequenzen und die Verarbeitung danach. Darum wissen wir, wie sich diese Wege anfühlen und worauf man achten sollte – was hilft, was weh tut und was fehlt. Wir sind Expertinnen und Experten aus Erfahrung.
Gut getan hat uns vor allem der Austausch mit anderen, die Ähnliches erlebt haben. Das kann keine Fachstelle leisten, und auch Familie und Freundeskreis können es nicht. Genau das fehlt heute: ein Ort, an dem sich Betroffene vernetzen und austauschen. Den bauen wir auf – um für andere da zu sein, die gerade mittendrin stecken, und weiterzugeben, was wir wissen, damit sich etwas ändert.
«Mein Fall ist abgeschlossen. Meine Erfahrung ist es nicht.»
Warum es ECHO braucht
Es fehlt Sichtbarkeit. Wer am Arbeitsplatz diskriminiert wird, bleibt meist unsichtbar – oft aus gutem Grund. Dadurch finden Betroffene einander nicht und können sich nicht gegenseitig unterstützen: mit Tipps, mit dem, was sie aus ihrer Situation gelernt haben, oder einfach mit emotionalem Rückhalt.
Es fehlt eine Stimme. Wo über Gesetze und Unterstützungsangebote entschieden wird, sitzen heute keine Betroffenen mit am Tisch. Ihr Erfahrungswissen fehlt in Gremien und Verbänden.
Es fehlt Wissen. Nur Betroffene kennen den ganzen Fall. Sie wissen, welche Hilfsangebote funktionieren, welche Wege nur auf dem Papier offenstehen und was sie dazu bewogen hat, zu schweigen oder aktiv zu werden. Dieses Wissen taucht in keiner Statistik auf und steht in keinem Gerichtsentscheid.
Was wir erreichen möchten: Niemand soll mit Diskriminierung am Arbeitsplatz allein bleiben. Wir möchten, dass Menschen Unterstützung finden und dass ihre Erfahrungen helfen, Beratung und Arbeitsbedingungen zu verbessern.
Was wir tun
Bei uns finden Betroffene einander. Wir hören zu, teilen unsere Erfahrungen und geben weiter, was wir gelernt haben.
In anonymisierten Berichten erzählen wir, wie sich Diskriminierung anfühlt und wie sie verläuft – auch in Fällen, die nie vor Gericht kommen. Veröffentlicht wird nur, was die betroffene Person freigibt.
Aus unseren Erfahrungen leiten wir gemeinsam Empfehlungen ab und bringen sie zu Fachstellen, Forschung und Behörden – im Dialog.
Wir beraten nicht rechtlich, bieten keine Therapie, sind keine Meldestelle und schätzen nicht ein, ob etwas Diskriminierung war. Dafür gibt es spezialisierte Beratungsstellen – wir zeigen dir, welche. Die Verantwortung für deinen Fall übernehmen wir nicht. Aber wir möchten dich darin stärken, die Entscheidung zu treffen, die für dich richtig ist.
Wer dahinter steht
Mitinitiantin
Hat Diskriminierung im Zusammenhang mit Mutterschaft erlebt und öffentlich gemacht. Unternehmensentwicklerin mit Weiterbildungen in Diversity und Gleichstellung.
Mitinitiantin
Anästhesie- und Notfallärztin. Hat ihre diskriminierende Kündigung nach der Geburt ihres Kindes gestützt auf das Gleichstellungsgesetz erfolgreich angefochten – mit einem Präzedenzurteil. Vorstandsmitglied des Vereins Strukturelle, ausgezeichnet u. a. mit dem Prix Courage.
Gründungsmitglied
Organisationsentwicklerin. Engagiert sich operativ und strategisch beim Aufbau des ECHO-Netzwerks.
Dazu kommen weitere Betroffene und Fachpersonen, die mitarbeiten, aber nicht namentlich auftreten.
Wo wir stehen
Bisher wird ECHO freiwillig getragen. Als Nächstes gründen wir den gemeinnützigen Verein ECHO-Netzwerk. Er trägt das Netzwerk, die Erfahrungsberichte und später eine Peer-Begleitung.
2022
Informeller Start: Betroffene vernetzen sich und unterstützen einander.
2026
Website, erste Erfahrungsberichte, Aufbau des Netzwerks.
Anfang 2027
Vereinsgründung mit Vorstand, öffentlicher Start.
Sobald finanziert
Peer-Begleitung und weitere Projekte.
Wir möchten eine Peer-Begleitung aufbauen: Menschen mit eigener Diskriminierungserfahrung begleiten andere Betroffene in einem bis drei Gesprächsterminen. Sie hören zu und teilen ihre Erfahrung. Sie beraten nicht rechtlich und ersetzen keine Angebote von Fachpersonen.
Die Peers werden auf ihre Aufgabe vorbereitet und geschult. Im Hintergrund steht ihnen ein Netzwerk von Fachpersonen zur Verfügung, das sie unterstützt.
Wir starten mit dem Aufbau des Peer-Netzwerks, sobald die Finanzierung steht. Kannst du dir vorstellen, deine Erfahrungen als Peer einzubringen oder beim Aufbau der Peer-Begleitung mitzuwirken? Sag es uns über «Kontakt».
Der Vorstand führt den neuen Verein von Anfang an: Strategie, Finanzen und den Aufbau von Netzwerk, Erfahrungsberichten und Peer-Begleitung.
Wen wir suchen: Menschen mit eigener Diskriminierungserfahrung am Arbeitsplatz – aus unterschiedlichen Hintergründen und Sprachregionen. Wir laden ausdrücklich Menschen mit Migrationsgeschichte oder Rassismuserfahrung und Menschen mit Behinderung oder chronischer Krankheit ein. Willkommen ist auch Erfahrung in Finanzen, Recht, Fundraising, Kommunikation oder Organisationsaufbau.
Was es bedeutet: ehrenamtlich, vier bis sechs Sitzungen im Jahr plus Arbeit in einem Themenbereich, online oder vor Ort.
Interessiert? Schreib an info@echo-netzwerk.ch, Stichwort «Vorstand».
Du hast keine eigene Diskriminierungserfahrung, möchtest ECHO aber unterstützen? Schreib uns, wir freuen uns.
Für Fachpersonen und Institutionen
Wenn Sie die Sicht von Betroffenen brauchen, sprechen Sie uns an.
Kontakt: info@echo-netzwerk.ch – Medienanfragen mit dem Stichwort «Medien». Wir antworten auch, wenn die Antwort Nein ist.