Wer Diskriminierung erlebt, wird oft isoliert. Viele zweifeln an sich selbst und verstehen nicht, was ihnen geschieht. Genau das haben auch wir erlebt.
Und wir haben erlebt, was sich ändert, sobald man mit anderen spricht und die eigene Geschichte in ihren Geschichten wiedererkennt. Etwas verschiebt sich: Plötzlich stehst du nicht mehr allein gegen alle. Du erkennst die eigene Geschichte in den Erfahrungen anderer wieder – und triffst auf Menschen, die unterstützen, helfen und stärken. Und du begreifst: Die, die diskriminieren, liegen falsch. Nicht du.
Diesen Moment soll ECHO für möglichst viele Menschen möglich machen.
Überall sonst werden Betroffene einbezogen. Sie sitzen in Gremien, werden angehört, haben Verbände und Sprecher:innen. Bei Diskriminierung am Arbeitsplatz ist das anders: Wer sie erlebt, bleibt anonym und isoliert – oft aus gutem Grund. Damit fehlt aber die Möglichkeit, sich überhaupt zu organisieren und gemeinsam zu sagen, was sich ändern muss.
Dabei liegen die Antworten längst bei den Betroffenen. Schon unsere ersten Beiträge zeigen, woran es hakt: wie schwer es ist, eine Anwältin zu finden, die sich auskennt und verfügbar ist. Wie viele aufgeben, bevor überhaupt jemand von ihrem Fall erfährt. Wie viel Zeit vergeht, bis man weiss, wohin man sich wenden kann. Das sind keine Einzelschicksale, sondern Lücken, die man benennen und schliessen kann – wenn jemand sie sammelt.
Deshalb endet ECHO nicht, wenn ein Fall abgeschlossen ist. Auch danach bleibt deine Erfahrung wichtig: Sie hilft anderen, sich wiederzuerkennen, und sie wird Teil dessen, was wir gemeinsam einfordern. Ob du dich dabei einbringen willst, entscheidest du. Wichtig ist, dass jemand da ist, der zuhört, der deinen Fall ernst nimmt und der damit arbeitet.
Unsere Vision: In der Schweiz wird über Diskriminierung am Arbeitsplatz nicht mehr ohne die Betroffenen entschieden. Und niemand, der sie erlebt, muss den Weg allein suchen.