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Dieses ECHO ist ein anonymisierter Erfahrungsbericht aus der Perspektive der betroffenen Person. Namen, Arbeitgeber:innen und identifizierende Details werden nicht veröffentlicht oder wurden entfernt.
ECHO

Kündigung nach Diskriminierungs-/Mobbingmeldung

MutterschaftMobbingDiskriminierungsmeldungKündigungRachekündigungHRInterne Meldestelle

Ich meldete meinem Arbeitgeber nach der Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub mehrere Male Mobbing/Diskriminierung aufgrund meiner Mutterrolle. Drei Monate nach der zweiten Beschwerde erhielt ich die Kündigung mit klarem Bezug auf die Diskriminierungsbeschwerde.

Ich meldete meinem Arbeitgeber nach der Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub mehrere Male Mobbing/Diskriminierung aufgrund meiner Mutterrolle. 3 Monate nach der zweiten Beschwerde erhielt ich die Kündigung mit klarem Bezug, dass mir gekündigt wird, wegen einer Diskriminierungsbeschwerde. Daraufhin kontaktiere ich eine interne Mobbinganlaufstelle. Da die sogenannte Mobbing-Anlaufstelle mehrere Male den Eindruck hinterliess potenzielle Täter zu schützen und nicht die Opfer, (Geldzahlungen gegen Schweigen, Mobbinguntersuchung nicht unabhängig, Falschaussagen zu mir als Opfer) entschied ich mich schlussendlich für den Gang zur Schlichtungsbehörde.

Kontext

Branche / Umfeld
Medien
Unternehmensgrösse / Struktur
Grosskonzern
Position / Rolle
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Anstellungsform
40% Pensum
Zeitraum der Situation
2023 – 2025
Diskriminierungsmerkmal(e)
Mobbing/Diskriminierung aufgrund meiner Mutterrolle

Gab es Schritte oder Konsequenzen?

Tochtergesellschaft meinte, dass Führungskräfte künftig besser geschult werden. Bezweifle dies aber stark.

Verlauf & Schritte (Chronologie)

Während Schwangerschaft 2022: Pensumsreduktion seitens Arbeitgeber, Mitarbeiterin könne nicht mehr ausgelastet werden und sei unterfordert.
Rückkehr Mutterschaftsurlaub Januar 2023: Mutterschaftsvereinbarung wird nicht eingehalten. Zeitgleich meint der Arbeitgeber Mitarbeiterin sei komplett Überfordert seit der Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub.
April 2023 Vertragskündigung Wechsel auf Freelance-Vertrag seitens Arbeitgeber. Vertrag müsse neu beurteilt werden. Dies geschieht nur bei Mutter, alle anderen sind nicht betroffen.
Ab Rückkehr Mutterschaftsurlaub 2023 – Kündigung 2025: Mails werden zum Teil nicht mehr beantwortet und ignoriert.
Januar 2025: Aufforderung nun mehrere Stunden pro Woche als einziges Teammitglied gratis zu Arbeiten. Mitarbeiterin wehrt sich dagegen in Anwesenheit HR. HR reagiert nicht und unterstützt diskriminierende Denkweise von Chefetage.
April 2025: Kündigung in Anwesenheit HR mit direktem Hinweis, dass es an der Beschwerde wegen Diskriminierung lag. HR reagiert nicht. Achtung: Arbeitgeber darf Mitarbeiterin 6 Monate nach Beschwerde wegen Diskriminierung nicht aus dem Betrieb werfen = Rachekündigung = Missbräuchlich.
Mai 2025: Mutterkonzern wird kontaktiert. Dieser wird von Mitarbeiterin aufgefordert sich diesen Fall genau anzuschauen. Mitarbeiterin wurde nie verwarnt, es gibt nur positive Mitarbeitergespräche. HR-Mitarbeiterin war Zeugin von Rachekündigung.
Mobbing/Diskriminierungabteilung des Mutterkonzerns zeigt sich sehr verständnisvoll, doch danach kommt der Hammer:
Juni 2025: Mutterkonzern macht Mitarbeiterin ein Angebot, bei welchem sich die Mitarbeiterin zwischen zwei Optionen entscheiden muss. 1) 5stelliger Geldbetrag, den es nur gibt, wenn die Mitarbeiterin schweigt 2) ODER eine Mobbinguntersuchung gegen die fehlbare Chefetage. War es aber Diskriminierung oder Mobbing, bekomme die Mitarbeiterin ihren Job trotzdem NICHT zurück.
Juli 2025: Mitarbeiterin entscheidet sich für Mobbinguntersuchung.
August 2025: Mutterkonzern macht ein erneutes Geldangebot. Es sei nur bis Ende Monat gültig und verfalle dann definitiv.
August 2025: Mitarbeiterin nimmt das Geld WIEDER nicht und schaltet Gewerkschaft ein.
Gewerkschaft versucht der betroffenen Mutter zu helfen, da die Beweise eindeutig sind. Daraufhin fängt die Mobbingabteilung Lügen gegen die Mitarbeiterin zu erfinden, die es rechtfertigen, dass sie ihren Job NICHT zurück erhält.
Dezember 2025: Mitarbeiterin schaltet Schlichtungsbehörde ein. Daraufhin meldet sich der Mutterkonzern wieder und will sich plötzlich mit der Mitarbeiterin treffen. (Wahrscheinlich um ein erneutes Geldangebot zu machen)
Mai 2026: Schlichtungstermin noch offen.

Persönliches Erleben

Das Erlebte belastet mich bis heute schwer. Ich arbeitete viele Jahre für meinen Arbeitgeber und wurde in all diesen Jahren nie verwarnt und hatte immer sehr gute Mitarbeitergespräche. Für mich hatte es als Mutter aber einfach keinen Platz mehr in der Firma und dies liess man mich nach der Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub sehr schonungslos spüren.

Was mich besonders geprägt hat: Das mir die offizielle Mobbingstelle ein Angebot machte: 5-stelliger Gelbetrag, dafür schweigst du ODER wir untersuchen Mobbing. Ich empfand das Ganze als so unfair und krass, dass dieses Angebot bei mir das Fass komplett zum Überlaufen gebracht hat.

Zudem waren in dieser Firma noch weitere Frauen betroffen, die ebenfalls sehr schwerwiegende Mobbingerfahrungen machte. Die Firma wusste über all diese Fälle Bescheid und zog keine Konsequenzen gegen die Täter. Die war für mich und auch die anderen Frauen psychisch sehr schwer zu akzeptieren. Die anderen betroffenen Frauen meldeten sich zudem beim Mutterkonzern und dieser meldete sich dann einfach nicht mehr bei ihnen.

Die Zusammenarbeit mit der Mobbingabteilung des Mutterkonzerns war für mich ein Albtraum. Ich dachte zuerst, dass sich hier nun vielleicht wirklich eine Person befinden wird, die mir helfen wird aber das komplette Gegenteil war der Fall.

Der Geldbetrag gab es meiner Meinung nach nur, damit ich Schweige und die Mobbing resp. Diskriminierungsuntersuchung war aus meiner Sicht eine reine Alibi-Übung. Die wichtigsten Fakten wurden weggelassen, wichtige Zeugen nicht befragt. Es war ein Witz!

Resümee

Heute arbeite ich wieder in meinem alten Beruf, bin jedoch aktuell zum Teil noch arbeitslos. Mir half sehr mich mit anderen Frauen auszutauschen, die dasselbe erlebt haben. Was ich anderen Frauen aus meiner Geschichte mitgeben kann:

Rückblickend würde ich nach mündlichen Diskriminierungsbeschwerden, diese jeweils noch schriftlich an HR verfassen und wirklich KONKRET von Diskriminierung / Mobbing schreiben. Diese Mails unbedingt aufbewahren.

Ich wurde immer wieder in krasse Situationen gebracht, in welchen der Druck unglaublich hoch war. Die HR-Abteilung wollte z.B. dass ich meine Kündigung SOFORT unterschriebe oder die Mobbingabteilung wollte, dass ich das Geld bis Ende Monat annehme. Meine Vorgesetzen verlangten auch von mir, dass ich bestätige, dass die Mobbingvorwürfe nun vom Tisch seien. In solchen Situationen NIE unterschreiben oder sich einschüchtern lassen.

Für mich war es mental sehr schwierig, da HR-Abteilungen, interne Mobbingstellen und mehrere Führungspersonen sich zum Teil zwar verständnisvoll zeigten, sich aber dann doch nie unterstützend hinter mich, sondern immer hinter die Täter gestellt haben. Diese Mobbing/Diskriminierungs-Dynamiken zu verstehen und auch direkt zu erleben, dass eine Mutter unter Umständen eben nicht den gleichen Wert wie potenzielle Täter in Führungspositionen hat, ist unglaublich schwer.